Meine ersten Eindrücke mit dem 600er Pro

MyNav 600 Professional Navigationnachdemöffnen des Kartons, war ich angenehm überrascht was ich da zu sehenbekam. Zwar kannte ich schon die Bilder und auch das Gewicht des 600er,aber in Realität kam er mir schon noch Größer vor. Auch das Gewicht.... Es ist halt kein Leichtgewicht und ein gewichtsbewußter Rennradlerwird schon die Stirn runzeln.

Davonmal abgesehen; das ebenfalls mitgelieferte Zubehör ist schonerstaunlich. Der Saugnapfhalter für den PKW und der Lenkerhalter fürsRadl ist absolut stabil konstruiert und erinnerte mich direkt an dieMagellan Geräte. Eine gewisse Ähnlichkeit lässt sich nicht leugnen. DerOrt der Halterung für die mitgelieferten Stifte ist unglücklich untenam Batteriedeckel vorgesehen. Wenn der Fahrradhalter aufgeschraubt ist,kommt kein Mensch mehr an den Stift. Aber es geht ja auch gut mit denFingern, sogar während der Fahrt auf dem Fahrrad.

Die ebenfallsmitgelieferten 2850 mA/h Akkus kann man eigentlich direkt entsorgen.Bei mir hatten drei der vier Zellen etwa 1100 mA/h, die Vierte hattenur knappe 750 mA/h. Auch nach mehrfachen refreshen bzw. recyceln. Beimir ist ein IVT4 dazu im Einsatz. Aber das habe ich erst nach meinerRückkehr aus dem Urlaub herausgefunden.

Die Bedienung amTouchscreen geht einfach und zügig. Auch die Empfindlichkeit der Flächeist Klasse. Selbst mit einfachem Fingerdruck, also ohne Stift, kann manmit ein wenig Übung ohne Schwierigkeiten die Menüpunkte treffen undauch Eingaben über die Displaytastatur fast fehlerfrei vornehmen.

DerFahrradhalter war auch relative schnell montiert. Leider ist dieHalterung nicht für "Oversize" Lenker geeignet, sodaß ich den MyNavdirekt neben der linken Bremse montierte. Auf der rechten Seite istnoch als "Referenzgerät" ein Triton 500 montiert. Noch schneller gingder GPS-Fix. Innerhalb von ca. 10 Sekunden war der Standort da. DerTriton brauchte hier ca. 25 Sekunden.

Die erste Route war auch rechteinfach gehalten; Von Röttingen nach Ochsenfurt mit dem Fahrrad.Schnell stellte ich verwundert fest, das keine Radwege, insbesondereder Gaubahnradweg, bevorzugt werden, sondern mehr die Straßen und dannimmer der kürzestete Weg. Für den Rückweg hatte ich mir in Ochsenfurt 4 Orte ausgesucht, auf in einer Bäckerei hängenden Landkarte, überdie ich zurück fahren wollte. Wieder die Routenberechnungsmethode "Fahrrad", diesmal jedoch mit der Option Wirtschafts- und Schotterwege. Und siehe da .... Es geht. An einpaar Stellen war die Routenführung jedoch merkwürdig. Ging doch derasphaltierte Wirtschaftsweg gerade aus weiter, wollte mich die Dame per Ansage über einen Parallelweg ca. 300 Meter rechts daneben leiten.Nachdem ich das ignorierte wurde die Route neu berechnet. Geht doch.Schon ging es gerade aus weiter, so wie meine Live-Topo-Karte einmeinen Augen signalisierte. So sind wir eine neue Strecke über Wegegefahren, die ich nicht kannte und die größtenteils Abseits der"normalen" Landstrassen waren. Größtenteils deshalb, weil durch diederzeit bescheidene Bayern-TOPO-Karte das MyNav gerne mal den kürzestenWeg über eine Land- oder Bundesstraße wählte, der Radweg bzw. alsRadweg ausgeschilderte Wirtschaftsweg jedoch 200 Meter weiter neben derStrasse verlief. In solchen Fällen sollte man die Ansage derfreundlichen Dame ignorieren und einfach den Weg weiter fahren. DieStrecke wird ja nach kurzer Zeit neu berechnet und dann wird man überden Radweg weiter geführt.

Das Display war während der Fahrtunterschiedlichen Lichverhältnissen ausgesetzt. Bei direkterSonnenlichteinstrahlung kann man es nicht klarer darstellen. Note 1+!Bei seitlich auftreffendem Licht entsteht eine leichte Spiegelung diebei der unteresten Beleuchtungsstufe die Ablesbarkeit einbeeinträchtigt. Auf Beleuchtungsstufe 2 ist davon kaum noch etwas zumerken. Im direkten Vergleich mit dem Triton war das Display des Mynavbesser abzulesen. Die Kartennachführung bei Richtungswechsel gingschnell und ruckelfrei.
Das einzige was mich des öfteren genervthat, nach einer Routenneuberechnung stellte sich die Zoomstufe wiederauf 75 Meter.Ich hatte sie, um eine bessere Übersicht zu bekommen, auf250 Meter gestellt. Manchmal auch auf 500 Meter. Auch mit derEinstellung Autozoom = aus ist dies der Fall. Das habe ich als Bugbereits dem Hersteller mitgeteilt.

Die Akkulaufzeit war, wiebereits zuvor schon erläutert, aufgrund der Akkus recht bescheiden. Mitden Akkus lief das Gerät gerade mal 6 Stunden. Mit meinen 2100ereneloops lief er zuletzt ca. 13 Stunden. Dabei mußte das Gerät in denletzten 6 Stunden ziemlich oft eine neue Route (über ca. 25 Km)berechnen, das dürfte ziemlich viel Akkuleistung verbraucht haben.Jedenfalls auf die häufig genannten 26 Stunden bin ich bisher nichtgekommen. Was auch immer ich falsch gemacht habe.

DerBatteriewechsel ist hakelig und aufwendig. Dazu muß man als Erstes denHalter abschrauben um an die Schraube für den Batteriedeckel zu kommen.Dabei geht das nicht so ganz einfach, die Schrauben lassen sich nuretwas beschwerlich drehen. Das kann aber auch daran liegen, das allesnoch neu ist.
Man stelle sich folgendes Szenario vor: Mitten inder Heide (oder sonstiges großflächige Landschaft ohne Wald) fängt esan zu regnen und ein Gewitter zieht auf. Just in diesem Moment muss mandie Batterien wechseln. Dazu Fahrradhalter abbauen, Batteriefachöffnen, Batterien tauschen und in umgekehrter Reihenfolge wiederzusammen bauen. Bis man das alles erledigt hat, ist man evtl. schon vomBlitz erschlagen oder man legt sich vorher flach auf den Boden um dasGewitter "auszuliegen".

ZumEnde des Urlaubes habe ich dann den Mynav mal von Würzburg aus nachSiegburg eine Fahrradroute berechnen lassen. Das schlug fehl weil derSpeicher nicht ausreichte. Nachdem ich die Strecke verkürzt hatte bisnach Limburg, ging es auch wieder. Nach ein paar Kilometern musste ichjedoch die Option "Wirtschaftswege" und "Schotterwege" deaktivieren,weil ich durch einen Waldstück geleitet wurde, das nur fürForstfahrzeuge freigegeben war. Von nun an funktionierte alleswunderbar. Es lag wohl auch daran, das ich mittlerweile Bayernverlassen hatte und auch die Topokarte nicht mehr greift. Dennoch wurdeich fast nur auf Land- und Kreisstraßen zum Ziel geführt. DieseEinstellung ist für Rennradfahren genial!

Fazit:

Das ist ein gelungenes Gerät das ich empfehlen kann. GPS-User die "Routenabfahren" kennen, werden sich etwas umstellen müssen, denn routen istnicht navigieren! Die Freunde des "Tracks nachfahren" haben hier keineProbleme. Track laden los gehts.

Kritikpunkte:

Batteriewechsel ist hakelig, Akkusatz im Lieferumfang taugt nichts! Soweit ich weiß legt der Hersteller mittlerweile gute Akkus bei.

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