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Tourenbericht

Der Ahrtalradweg

11.09.2004 01:00:00 von Ralf Schmidt

3. und letzter Teil der Tour: 4 Flüße und 2 Quellen

7. Tag

Mit Ruhe und Gelassenheit fast zum Unfall

Blickvom Sesselift auf AltenahrUnd so, wie Herr Esser das Frühstück proklamiert hat, so wurde esdann auch. Trotz seiner unendlichen Quatscherei hat er Wort gehalten,denn das Frühstück war ebenso opulent, wie das in Diez an der Lahn.Heute Morgen haben wir es dann ruhig anlaufen lassen und unskurzfristig entschlossen, nicht direkt nach Hause zu fahren, sonderndie Tour auf einen vierten Fluss, nämlich der Ahr, auszuweiten.

Zunächst ging es leider an der sehr stark befahrenen Bundesstrasseentlang. Aber das war nach 5 Kilometer vorbei. Als nächstes sind wirmit der Fähre von Rheinbrohl nach Brohl geschippert. Von dort aus ginges bis fast zur Ahrmündung. Der Ahrradweg führte uns dann bis nachAltenahr. Auf dem Weg dorthin waren einige unachtsame Verrückteunterwegs. Dreimal wäre Klaus fast von Frauen über den Haufen gefahrenworden. Zuerst in Bad Neuenahr, als wir den Radweg entlang fuhren undeine alte Frau in einem Elektroauto ohne zu gucken vor meiner Nase aufdiesen einbog. Wäre ich nicht voll in die Eisen gegangen und nach linksRichtung Ahr ausgewichen, hätte sie mich auf der winzigen Kühlerhaubeliegen gehabt. Das zweite Mal rempelt mich in der historischen Altstadtvon Ahrweiler eine Fußgängerin so hart an, dass ich mit dem Rad und demHänger beinaheumgefallen wäre, inmitten des großen Touristenstromes. Und das dritteMal kurz hinter Ahrweiler in den Weinfeldern, als diesedie Kurve so schnell und hart geschnitten hat, dass ich aus dem Sattelspringen musste, um die Vollbremsung noch zu unterstützen. Ja sind dieLeute denn alle schon morgens mit einem Sonnenstich aufgewacht?Mannomann. Aber von jetzt an haben wir alle noch mehr auf denGegenverkehr geachtet und sind mit aller Ruhe nach Altenahr geradelt.

Dann kamen wir in Altenahr an und besuchten zunächst dieUmweltjugendherberge. Leider war diese wie erwartet besetzt, aber derHerbergsvater vermittelte uns eine Alternative. Dazu mussten wir jedochkräftig in die Pedale treten, denn es ging mal wieder heftig bergauf.Aber es war wieder eine offene Wohnung, und die hatten wir ja schon inLeutersdorf abgelehnt. Als die Pensionswirtin uns weiß machen wollte,es sei das letzte freie Zimmer, wurde Ralfs Ehrgeiz geweckt, doch nochetwas zu finden. Also weiter zur nächsten Möglichkeit. Knapp oberhalbdes Stadtkerns fanden wir dann zwei tolle Zimmer, und dasweit vor 16 Uhr. Nach dem Duschen und Umziehen trafen wir uns vor demHaus und gingen durch den Ort. Schauten Geschäfte an, setzten uns ineine italienische Eisdiele, aßen Eis und tranken Cappuccino und ließenuns von der Sonne verwöhnen.

Von dort aus gings weiter an Souvenirläden vorbei zum hiesigenSessellift. Ralf, dem schon aus der Ferne beim Anblick des Liftes derAngstschweiß auf die Stirn trat, gab sich einen Ruck und motivierteuns, den Berg mit dem Sessellift zu erobern. Dabei hatte auch Klaus einGrummeln im Magen, denn bei ihm machte sich eine leichte Höhenangstbreit. Aber was soll's, Karten gekauft und rauf da. Die Bergauffahrtwar dabei halb so wild, aber die Bergabfahrt hatte es in sich. Dass wirbeidenMänner nicht die Hosen voll hatten, war schon ein Wunder.

Oben auf dem Berg war die Aussicht wunderbar. Und auch derSpaziergang durch den Wald ohne einen anderen Wanderer zu treffen, wareine Wohltat. Rundherum alles einfach gut. Unten angekommen wurde esauch Zeit für das Abendessen. Wir besuchten das Lokal, dass Ruth undKlaus im Urlaub schon einmal besucht hatten. Leider war es erheblichteurer alsbeim letzten Mal. Auf dem Rückweg in die Pension kauften wir noch eineleckere Flasche Rotwein, den wir im Laufe des Abends süppelten. Und soging ein Tag mit wenigen Fahrradkilometern und einigen per Pedes zuEnde. Der Schlaf überkam uns und ließ uns bis zum anderen Morgen nichtmehr los.

8. und letzter Tag

… und es geht nach Hause

Miniatur Schloss und Burg im GartenDer letzte Tag brach an und es kam die Zeit, heim zu fahren. Nachdem Packen, Beladen und Frühstücken kam der Abschied. Der Abschiedwurde uns mit einem 3,5 Kilometer langen, ungefähr durchschnittlich 7,5prozentigen Anstieg belohnt. Die Muskeln wurden schon nach kurzer Zeithart. Und kurz vor dem Gipfel fuhren wir zur Sommerrodelbahn. Hierwurde Ralf wieder zum großen Jungen, nahm sich einen Rodel und fuhrzweimal den Berg hinab. Und die Renate fotografierte. Und dannging es weiter bis zum Gipfel. Und dann folgten wir dem Weg nachTodenfeld. Und hier kam es auch mal wieder über die liebe Ruth, derGegenwind, ihr liebstes Kind beim Radfahren. Aber es kam nochschlimmer, denn es folgte noch die Abfahrt über 6 Kilometer nachRheinbach. Es ist schon fast ein Wunder, dass sie auf nach dieserAbfahrt überhaupt noch etwas auf ihren Bremsklötzen hat. :-)Aber nachgeraumer Zeit kam sie dann endlich am Fuße des Berges bei uns an.

Die Ebene bis zum Rande des Vorgebirges war dann für sie und auchfür uns andere dann aufgrund des Gegenwindes recht mühsam, aber wirhaben es geschafft. Als wir dann in Metternich das Vorgebirgehochfuhren und die Damen mal wieder, wie auf fast jedem unsererTagesabschnitte, ihren obligatorischen Freilufttoilettengang vornahmen,stand uns das letztegroße Abenteuer des Tages und der Tour schlechthin an, die Abfahrt vomRösberg, der mit 14% Gefälle lockte. Und wieder quälte Ruth die Bremsenihres Rades noch mehr, da diese Abfahrt auch noch kurvenreich ist undMadams Hand-Auge-Brems-Koordination ziemlich unterentwickelt ist. Daist noch sehr viel Übungsbedarf.

In Rondorf trennten sich unsere Wege. Renate und Ralf führenRichtung Rhein, obwohl sie besser den gleichen Weg gefahren wären, alswir, Ruth und Klaus, denn so hätten sie einige Kilometer gespart. Aberschließlich waren wir ja wegen dem Radfahren unterwegs, und nicht, umweniger zu fahren.

So endete eine Woche Fahrradurlaub, der uns das herrlichste Wetter,Energie für künftige Radtouren und viel Erholung brachte. Fortsetzungfolgt, da sind wir uns alle vier sicher.

Gesamtübersicht der Tour -> 4 Flüße und 2 Quellen

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